VDI‑6022‑Zertifizierung: Hygienische und sichere Luftbefeuchtung
Direkt im Raum Luftbefeuchtung

Inhalte auf einen Blick

Dieser Beitrag erklärt, wann und warum die Luft zu trocken wird, welche einfachen Methoden zur Nachrüstung einer Luftbefeuchtung es gibt und mit welchen Tipps die Luftfeuchte optimal bleibt.

Ideal zur Nachrüstung

Eine Direkt-Raumluftbefeuchtung passt immer

Grundlagen Luftbefeuchtung

Relative und absolute Luftfeuchte einfach erklärt

Praxis-Tipps zur Luftfeuchte

Richtig lüften und heizen gegen trockene Luft

Grundlagen der Luftbefeuchtung

Von der Luftfeuchte zur einfachen Nachrüstung einer Luftbefeuchtung

Trockene Raumluft entsteht vor allem in der Heizperiode, wenn warme Luft bei gleichbleibend niedriger absoluter Feuchte mehr Wasserdampf aufnehmen könnte, als tatsächlich vorhanden ist. Die Folgen sind spürbar: Menschen leiden unter gereizten Schleimhäuten, Materialien wie Holz oder Papier verformen sich, und empfindliche Maschinen können durch Elektrostatik Schaden nehmen. Mit dem Wissen um die Entstehung trockener Luft und einer gezielten Nachrüstung einer technischen Luftbefeuchtung lässt sich das Raumklima nachhaltig optimieren.

Eine vor allem für die Nachrüstung geeignete Möglichkeit ist die Direkt-Raumluftbefeuchtung. Anders als bei der Befeuchtung in der Klimaanlage werden hier kleine Düsen-Luftbefeuchter direkt im Raum installiert. Die Geräte sind kaum sichtbar an der Wand oder Decke angebracht und versprühen dort bei Bedarf einen mikrofeinen „Nebel“ aus hygienisch aufbereitetem Wasser.

Bei der Direkt-Raumluftbefeuchtung ist es nicht notwendig ein komplettes Gebäude auszurüsten. Auch einzelne Etagen, Abteilungen, Großraumbüros, Arbeitsbereiche oder Produktionshallen können individuell und wirtschaftlich befeuchtet werden. Statt zentral in der raumlufttechnischen Anlage (Klimaanlage) sind die kleinen Luftbefeuchter direkt im Raum installiert. Bei Bedarf versprühen die Geräte einen mikrofeinen Nebel, der sofort von der Raumluft aufgenommen wird und sich gleichmäßig verteilt. Durch die schnelle Verdunstung wird zusätzlich ein vitalisierender Frischeeffekt erzeugt und die Raumkluft von Stäuben gereinigt.

Durch die Trennung von Raumlufttechnik und Wasservernebelung können die Systeme unabhängig von einer Klimaanlage mit geringem baulichem Aufwand eingebaut werden. Erreicht wird die mikrofeine Vernebelung durch eine Wasseraufbereitung, die das Wasser keim- und mineralfrei macht und einen Hochdruck von bis zu 85 bar erzeugt. Die Verbindung zwischen zentraler Wasseraufbereitung und dezentralen Luftbefeuchtern bilden spezielle, lediglich fingerdicke Hochdruckschläuche sowie Strom- und Steuerleitungen. Die einfache und flexible Installation macht die Direkt-Raumluftbefeuchtung insbesondere für die Nachrüstung wirtschaftlich.

Luftfeuchte kontrolliert und gezielt

Eine ganzjährig optimale Luftfeuchte wird über digitale Steuersysteme geregelt, die permanent die Klimasituation in den Räumen überwachen und ein konstantes Feuchteniveau sicherstellen. Die Steuerung aktiviert nur dann die zusätzliche Luftbefeuchtung, wenn der gewünschte Optimalwert unterschritten wird. Da für die Direkt-Raumluftbefeuchtung individuell definierte Befeuchtungszonen definiert werden, können für unterschiedlich genutzte Räume (z. B. Büro, Labor, EDV-Raum, Produktionshalle) auch unterschiedliche Sollwerte realisiert werden.

Das richtige Wasser

Entscheidend für die Qualität und die Hygiene der Luftbefeuchtung ist die Wasseraufbereitung. Unbehandeltes Wasser ist zur Luftbefeuchtung nicht geeignet. Die Ursachen dafür liegen in der großen Zahl der Wasserinhaltsstoffe: Bakterien, Keime, Schwebstoffe, Salze und andere Mineralien können Gefahren für die Gesundheit sein. Voraussetzung ist daher eine mehrstufige Wasseraufbereitung, die das Wasser reinigt, desinfiziert und vollständig frei von Mineralien macht. Eine integrierte Wasseraufbereitung ist fester Bestandteil einer Direkt-Raumluftbefeuchtung.

Wie entsteht zu trockene Luft ?

Wie entsteht zu trockene Luft und wovon wird sie beeinflusst? Die Luft selbst besteht aus einer Vielzahl von Gasen. Eines davon ist Wasserdampf. Die Menge des Wasserdampfes in der Luft bestimmt die Luftfeuchte.

Von der absoluten Luftfeuchtigkeit spricht man, wenn die gesamte Wassermenge beschrieben wird, die als Gas in einem Kilogramm Luft enthalten ist, z. B. 8 g/kg. Wichtig für das Verhältnis von Luft und Wasser ist das ständige Bestreben der Luft, bis zu ihrer Sättigung dampfförmiges Wasser aufzunehmen. Für die Beurteilung der Raum-Luftfeuchte und die Definition des optimalen Feuchtewertes ist daher ein anderer Wert von entscheidender Bedeutung: Die relative Luftfeuchte!

Die relative Luftfeuchtigkeit beschreibt die in der Luft enthaltene Wassermenge im Verhältnis zur maximal aufnehmbaren Wassermenge. Diese „prozentuale Sättigung“ der Luft mit Wasserdampf wird durch die Lufttemperatur beeinflusst: Warme Luft kann eine größere Menge Wasserdampf aufnehmen als kalte Luft.

Temperatur und relative Luftfeuchte

Das folgende Beispiel erläutert den Zusammenhang zwischen Temperatur und relativer Luftfeuchte. Ist ein Raum von der Außenluft luftdicht abgeschlossen, hat er eine konstante absolute Luftfeuchtigkeit: Wasser kann weder aus der Umgebung aufgenommen noch an diese abgegeben werden. Erhöht sich die Innenraumtemperatur durch Heizen bei gleich bleibender absoluter Luftfeuchte, sinkt die relative Feuchte, weil die erwärmte Heizungsluft mehr Wasserdampf aufnehmen könnte als der verschlossene Raum zur Verfügung hat. Wenn im Winter Fenster oder Türen zum Lüften geöffnet werden, wird die Innenluft noch trockener als vorher. Durch den höheren Dampfdruck der warmen, trockenen Innenluft entweicht die verbleibende Restfeuchtigkeit nach draußen. Die relative Luftfeuchtigkeit sinkt weiter. Dies erklärt, warum insbesondere im Winter die Raumluft häufig so extrem trocken ist, wenn die Luft nicht aktiv durch eine zusätzliche Luftbefeuchtung befeuchtet wird.

Relative Luftfeuchte im Winter
Die relative Luftfeuchte sinkt:  Erhöht sich die Temperatur im Raum durch Heizen bei gleichbleibender absoluter Luftfeuchte, sinkt die relative Feuchte, weil die erwärmte Heizungsluft mehr Wasserdampf aufnehmen kann.
Relative Luftfeuchte im Sommer
Konstante relative Luftfeuchte: Temperatur und absolute Luftfeuchte sind auf gleichem Niveau. Die relative Luftfeuchte ist im Innenraum und außen identisch.
Relative Luftfeuchte im Winter
Die relative Luftfeuchte sinkt:  Erhöht sich die Temperatur im Raum durch Heizen bei gleichbleibender absoluter Luftfeuchte, sinkt die relative Feuchte, weil die erwärmte Heizungsluft mehr Wasserdampf aufnehmen kann.
Relative Luftfeuchte im Sommer
Konstante relative Luftfeuchte: Temperatur und absolute Luftfeuchte sind auf gleichem Niveau. Die relative Luftfeuchte ist im Innenraum und außen identisch.

Praktische Tipps bei zu trockener Luft

  1. Richtig lüften: Insbesondere in den Wintermonaten sollten Fenster in Räumen, die nicht zentral belüftet werden, nur kurz aber dafür weit geöffnet werden (Stoßlüftung).
  2. Regelmäßig Luftfeuchte messen: Sinnvoll ist das regelmäßige Messen der relativen Luftfeuchtigkeit mit Hilfe eines Hygrometers. Die empfohlene Raumluftfeuchte in Wohn- und Arbeitsräumen liegt zwischen 40 bis 60 Prozent (bei 20 °C Zimmertemperatur).
  3. Nicht überheizen: Die optimale Raumtemperatur liegt zwischen 20° - 22 °C.
  4. Zusätzliche Luftfeuchtigkeit einbringen: Ist die Luft über einen längeren Zeitraum unter der gewünschten bzw. benötigten relativen Feuchte, sollte der Einbau von Luftbefeuchtungssystemen in Erwägung gezogen werden. Düsen-Systeme für die Direkt-Raumluftbefeuchtung lassen sich auch in älteren Gebäuden problemlos nachrüsten.
  5. Zertifikate beachten: Eine Entscheidungshilfe für die Auswahl geeigneter Luftbefeuchtungssysteme ist das Zertifikat „Optimierte Luftbefeuchtung“ der DGUV. Darüber hinaus sollten Hersteller den aktuellen Stand der Technik nach VDI 6022 Blatt 6 nachweisen und eine entsprechende Vor-Ort-Zertifizierung der eingebauten Anlage anbieten.
Luftbefeuchtung für Komfort im Terminal des Flughafens Nürnberg

Infopaket Direkt-Raumluftbefeuchtung

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Direkt-Raumluftbefeuchter werden gezielt dort eingesetzt, wo die Luftfeuchte benötigt wird. Für jede Anwendung und Raumgröße, ideal zur Nachrüstung, energieeffizient und wartungsfreundlich.

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Exkurs: Einsatz von Belüftungsanlagen

Ist eine zentrale Belüftungsanlage installiert, wird kontinuierlich frische Außenluft angesaugt, gefiltert, temperiert und in den jeweiligen Raum eingebracht. Über Absaugungen wird die verbrauchte Luft wieder aus dem Raum heraus transportiert. Der Raum wird somit laufend mit frischer Luft durchspült.

Kalte Luft ist schwerer als warme Luft und fällt daher nach unten. Die Folge sind unangenehme Zugerscheinungen am Arbeitsplatz. Zusätzlich wird über die Belüftungsanlage eingetragene temperierte und befeuchtete Frischluft durch den höheren Wärmedruck nach draußen gedrückt. Ein Teil der eingebrachten Luftfeuchtigkeit entweicht somit permanent noch bevor sie sich ausreichend im Raum verteilen kann. Die gewünschten optimalen Luftfeuchtewerte können nicht erreicht werden. Folglich wird die Luftbefeuchtungsanlage ständig aktiviert, um die eingestellten Sollwerte zu erreichen.

Offene Fenster
Werden Fenster oder Oberlichter geöffnet, gerät das gesamte Belüftungssystem aus dem Gleichgewicht. In Kombination mit einer Direkt-Raumluftbefeuchtung können die gewünschten Luftfeuchte-Werte nicht erreicht werden.
Geschlossene Fenster
Eine Direktraum-Luftbefeuchtung erzielt dann optimale Ergebnisse, wenn Fenster und Oberlichter nicht permanent geöffnet sind (Stoßlüftung statt Dauerlüftung). Nur dann kann das System effektiv die Luft befeuchten.
Offene Fenster
Werden Fenster oder Oberlichter geöffnet, gerät das gesamte Belüftungssystem aus dem Gleichgewicht. In Kombination mit einer Direkt-Raumluftbefeuchtung können die gewünschten Luftfeuchte-Werte nicht erreicht werden.
Geschlossene Fenster
Eine Direktraum-Luftbefeuchtung erzielt dann optimale Ergebnisse, wenn Fenster und Oberlichter nicht permanent geöffnet sind (Stoßlüftung statt Dauerlüftung). Nur dann kann das System effektiv die Luft befeuchten.

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